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Der Diskurs zur gesundheitsfördernden Gestaltung geht weiter…

Die deutsche Design- und Designforschungslandschaft bewegt sich und mit dieser Bewegung entstehen neue Institutionen und Formate. So gründete der Rat für Formgebung vor einigen Monaten das Institute for Design Research and Appliance (IfDRA) als Schnittstelle, Vermittler und Berater zu unterschiedlichen Themen aus Theorie und angewandter Praxis der Gestaltung. In diesem Zusammenhang veranstaltet das IfDRA auch die Talk-Reihe "Design Talks", in der am 23. September 2020 der Themenkomplex "Design und Gesundheit" im Mittelpunkt stand. Es zeigt sich einmal mehr, dass Design und Designforschung weit über das eigentlich Produkt hinaus wirksam sein kann. Im inter- und ebenso transdisziplinären Dialog gilt es diese [...]

Von |2020-10-28T08:52:59+00:00Oktober 28, 2020|Uncategorized|0 Kommentare

Methoden-Review: Personas

Spätestens mit dem Aufkommen des Human-Centered Designs gehört es zur Gestaltung von Produkten, Systemen und Dienstleistungen wie selbstverständlich dazu, neben technisch-funktionalen Aspekte des Kontexts auch die Nutzenden in den Fokus zu nehmen. Wer wird später das designte benutzen? Welche besonderen Eigenschaften, Fähigkeiten, Einschränkungen und Hintergründe sind bei der Person zu beachten? Können die Nutzenden gar in verschiedene Typen und Gruppen eingeteilt werden? Kaum ein Buch zum Design Thinking oder Marketing kommt ohne die Methode der „Personas“ aus. Doch was sind die Vorteile und Herausforderungen dieses Tools. Und eignet es sich für jedes Projekt? Grundsätzlich sind Personas Beschreibungen einer Zielgruppe, die [...]

Gesunde Nachhaltigkeit? Wann nachhaltige Gestaltung gesundheitsfördernd ist und gesundheitsfördernde Gestaltung nachhaltig.

Nicht erst seit Fridays for Future spielen Bedenken zum Umweltschutz und dem Klimawandel eine relevante Rolle in der Designmethodik. Dabei hat sich in den letzen Jahrzehnten eine Vielzahl von Herangehensweisen und Zielsetzungen entwickelt, deren tatsächliche Effektivität in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung aus heutiger Sicht nicht immer gewährleistet war. Die Beziehung zwischen Nachhaltigkeit und Gestaltung ist komplex, vielschichtig und äußerst wichtig. Und -  bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass Nachhaltigkeit in der Gestaltung auch immer eine Schnittstelle zur gesundheitsfördernden Gestaltung besitzt. Die Vereinten Nationen verabschiedeten im Jahr 2015 eine Resolution ("Transforming our World"), mit der sie die sustainable Development Goals [...]

System der gesundheitsfördernden Gestaltung

[ein Beitrag in eigener Sache…] Zahlreiche Fachdisziplinen und methodische Richtungen zielen darauf ab, durch gestalterische Maßnahmen die Gesundheit direkt oder indirekt zu fördern [1] [2]. Dabei reichen die Ansatzpunkte von der Reduktion von Risikofaktoren bis zur Förderung individueller Ressourcen im Sinne eines salutogenen Verständnisses von Gestaltung[3]. (Quelle: © Springer Fachmedien Wiesbaden 2019 Jonas Rehn, Gesunde Gestaltung -> OPEN ACCESS) Das „System der gesundheitsfördernden Gestaltung“[4] stellt eine systematische und strukturierte Taxonomie dar, die aktuelle Schulen und Methoden einordnet und auf entsprechende Fallbeispiele und Literatur verweist. Dabei ist zu betonen, dass das System als offene und dynamisch veränderbare Struktur gedacht ist, [...]

Designforschung und Gesundheit jenseits deutscher akademischer Systeme

Wer in den vergangenen Monaten in einschlägigen deutschen Foren und Plattformen nach Veranstaltungen zu Designforschung und Gesundheit gesucht hat, wurde erstaunlicherweise nicht sehr fündig. Dabei zeigte sich zum Beispiel mit der breit aufgestellten Konferenz Design4Health an der Sheffield Hallam University in England wie agil, transdisziplinär und produktiv der internationale Designforschungsdiskurs ist - und leider auch wie wenig davon im deutschen Sprachraum ankommt.   In drei gut gefüllten Tagen versammelten sich neben Fachpersonen aus Desginpraxis, Designforschung und Architektur auch auffallend viele Physio-, Ergo- und Logotherapeuten, Pflegekräfte und Ärzte. Dabei reichte die Spannweite der Beiträge von Methodologie und Theorie über Fallbeispiele bis [...]

Ein Designmodell zur Veränderung des Gesundheitsverhalten

[ein Beitrag in eigener Sache...] Zahlreiche Theorien aus unterschiedlichen Disziplinen befassen sich mit dem Gesundheitsverhalten und möglichen Faktoren, die dieses beeinflussen. Dabei unterscheiden sich bisweilen auch die jeweiligen Definitionen des Begriffs „Gesundheitsverhalten“. Allgemein werden damit meist jene Aspekte des Verhaltens zusammengefasst, die sich auf die Gesundheit und deren Erhaltung beziehen. Hierzu zählen Ernährung und Bewegung ebenso wie das Risikoverhalten. Auf dem Gebiet der Designforschung lassen sich zahlreiche Konzepte und Methoden finden, die das Gesundheitsverhalten positiv beeinflussen sollen. Einige dieser Methoden zielen darauf ab, das individuelle Bewusstsein in Bezug auf Risiken und Gefahren zu stärken oder die Motivation etwa durch spielerische [...]

Von |2018-11-19T20:44:07+00:00November 19, 2018|Designmethoden, Designtheorie, Uncategorized, Wissenschaft|0 Kommentare

Design als Handlungsangebot für aktivere Lebensstile

Gestaltung kann sich auf vielfältige Weise auf die Gesundheit auswirken. Eine davon ist es, Angebote zu schaffen, die den Lebensstil und insbesondere das Gesundheitsverhalten positiv beeinflussen. Dies kann zum Beispiel dazu führen, dass körperliche Aktivität gefördert wird. So sind etwa in der Schweiz zunehmen „Bikehubs“ zu finden, die Radfahrern als kostenfreie Servicestation mit Werkzeugen und Luftpumpen zur Verfügung stehen. Natürlich fördern ein paar Imbusschlüssel und eine Luftpumpe noch nicht unmittelbar die Gesundheit, aber sie tragen dazu bei, dass eine Tätigkeit der körperlichen Aktivität - das Fahrradfahren - mit weniger Reibung, Problemen und Herausforderungen verbunden wird. Damit führen diese Bikehubs zu [...]

Die Autobahn als Erholungsort

Mit einer erhöhten Belastung an Stickoxiden, Lärm und verkehrsbedingten Sicherheitsrisiken gehört die Autobahn und ihre Peripherie nicht unbedingt zu klassischen Bereichen gesundheitsfördernder Gestaltung. Wer auf langen Reisen mit dem Auto dann zur Pause an einer der Autobahnraststätten eine Pause einlegt, wird allzu oft mit einem Hybrid aus Tankstelle und architektonischem Unort konfrontiert, dessen primäre Raumqualitäten auf das Angebot einer Toilette, eines Schnellimbisses und eines Souveniershops zu reduzieren sind. Doch auch in dieser Kategorie der Gestaltung lassen sich Fallbeispiele finden, die Aspekte der gesundheitsfördernden Gestaltung implementiert haben. Positive Ausnahme der Autobahnlandschaft stellt die Gotthard Raststätte an der A2 kurz vor dem [...]

Stress und Design

Es gibt eine Reihe von Umweltfaktoren, die sich positiv wie auch negativ auf die Gesundheit auswirken können. Während Rauchverbote in öffentlichen Räumen und Altersbeschränkungen bei alkoholischen Getränken für die Risiken mit gesundheitsgefährdenden Stoffen sensibilisieren, bleibt Stress eine weitgehend unterschätzte Größe in der gesundheitlichen Prävention. Stress - besonders dauerhafter Stress - fördert sogenannte Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und Schlaganfall. Der Anstieg an Kortison vermehrt die Einlagerung von schädlichem viszeralen Fett (das Bauchfett, das die inneren Organe umgibt). Eine Vielzahl von körperlichen wie auch psychischen Beschwerden wird direkt und indirekt mit Stress assoziiert. Gestaltung kann hierbei eine bedeutsame Rolle spielen [...]

Von |2018-05-14T20:06:16+00:00Mai 14, 2018|Praxis, Stressreduktion, Uncategorized, Wissenschaft|0 Kommentare

Wenn das Bierglas das Trinkverhalten bestimmt…

Gesundheitsfördernde Gestaltung kann auch bedeuten, durch Design Risikoverhalten zu reduzieren. Forscher konnten nun zeigen, dass die Form eines Bierglases die Trinkgeschwindigkeit beeinflussen kann - und das ganz ohne warnende Aufkleber. Grundlage der Untersuchung sind die formalen Unterschiede zwischen zwei Arten von Biergläsern, nämlich Bierkrügen und Weizenbiergläsern. Erstere sind in der Regel zylindrische Gefäße mit gleichmäßigem Durchmesser. Weizenbiergläser besitzen dagegen in der Regel eine konische Form. Die Forscher untersuchten das Trinkverhalten von Probanten aus den jeweiligen Gläsern anhand von alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken. Es zeigte sich, dass Teilnehmer aus Weizenbiergläsern schneller tranken als aus Bierkrügen. Jedoch konnte dieser Effekt nur bei [...]

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