{"id":629,"date":"2020-02-21T21:57:44","date_gmt":"2020-02-21T21:57:44","guid":{"rendered":"http:\/\/empirische-designforschung.de\/?p=629"},"modified":"2020-02-21T21:57:44","modified_gmt":"2020-02-21T21:57:44","slug":"methoden-review-personas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gesunde-gestaltung.de\/en_us\/uncategorized\/methoden-review-personas\/","title":{"rendered":"Methoden-Review: Personas"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sp\u00e4testens mit dem Aufkommen des Human-Centered Designs geh\u00f6rt es zur Gestaltung von Produkten, Systemen und Dienstleistungen wie selbstverst\u00e4ndlich dazu, neben technisch-funktionalen Aspekte des Kontexts auch die Nutzenden in den Fokus zu nehmen. Wer wird sp\u00e4ter das designte benutzen? Welche besonderen Eigenschaften, F\u00e4higkeiten, Einschr\u00e4nkungen und Hintergr\u00fcnde sind bei der Person zu beachten? K\u00f6nnen die Nutzenden gar in verschiedene Typen und Gruppen eingeteilt werden? Kaum ein Buch zum Design Thinking oder Marketing kommt ohne die Methode der \u201ePersonas\u201c aus. Doch was sind die Vorteile und Herausforderungen dieses Tools. Und eignet es sich f\u00fcr jedes Projekt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich sind Personas Beschreibungen einer Zielgruppe, die exemplarisch auf eine fiktive Person projiziert wird. Diese Persona steht damit stellvertretend f\u00fcr eine bestimmte Gruppe derjenigen, die das sp\u00e4tere Produkt oder System nutzen werden. Art und Weise sowie Umfang der Beschreibung dieser Persona sind dabei von Faktoren wie Zeit, Budget aber auch Art des Projektes abh\u00e4ngig. Wer Personas f\u00fcr eine Bier-Campagne entwickelt, wird sehr wahrscheinlich andere Aspekte und Themen darin betonen als jemand, der dieses Tool im Rahmen der Neugestaltung einer Klinik nutzt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:36px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"> <strong>Nutzen von Personas<\/strong> <\/h2>\n\n\n\n<p>Personas bieten dabei zwei gro\u00dfe Vorteile: Erstens erm\u00f6glichen Sie es, ein gutes und leicht verst\u00e4ndliches Bild der Zielgruppe anzufertigen. Hiermit lassen sich konkrete Konzepte sehr einfach \u00fcberpr\u00fcfen und verbessern. In Workshops k\u00f6nnen beispielsweise Konzepte mit der Frage konfrontiert werden: \u201eW\u00fcrde Persona A oder B dieses Angebot nutzen?\u201c, \u201eWelche Vorteile bietet es f\u00fcr Persona C?\u201c Somit kann das Werkzeug helfen, Entw\u00fcrfe zu evaluieren aber auch zu verteidigen. Letzten Endes sollten Gestaltende ja nie prim\u00e4r f\u00fcr sich selbst entwerfen, sondern immer f\u00fcr diejenigen, die sp\u00e4ter das Gestaltete auch nutzen. Eine Persona kann diese Rolle stellvertretend einnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein zweiter, vielleicht sogar noch wichtigerer Nutzen der Persona ist die Aufbereitung und Verdichtung zuvor gewonnener Erkenntnisse zur Zielgruppe. Dieser Vorteil h\u00e4ngt jedoch vom Einsatz der Personas ab. Nicht selten wird dieses popul\u00e4re Tool verwendet, um zuf\u00e4lligen Vertretern der Zielgruppe oder subjektiven Heuristiken ein Gesicht zu geben. Personas sind in diesem Fall Beispiele aus der F\u00fclle potentieller Nutzenden, die hilfreich sein k\u00f6nnen, oder aber auch Vorurteile best\u00e4tigen. Folgt man dagegen den Prinzipien des evidence-based Designs bzw. nutzt eine research-driven Design Approach, so basiert die Entwicklung der Personas zun\u00e4chst auf einer mehr oder weniger umf\u00e4nglichen Phase von Recherche und Analyse. In dieser Phase wurde z.B. relevante Studien gelesen, Interviews gef\u00fchrt, Beobachtungen und Fokusgruppen umgesetzt und alle gewonnenen Erkenntnisse systematisch festgehalten. Nutzt man nun diese F\u00fclle an Informationen zum Gestaltungskontext und \u00fcbertr\u00e4gt die relevanten Aspekte in logisch ableitbare Personas, gewinnt dieses Tool eine zus\u00e4tzliche Analysefunktion. Denn dann st\u00fctzen sich die Personas tats\u00e4chlich auf belastbare Studien oder empirische Ergebnisse und erlauben (intern wie extern) eine leicht erschlie\u00dfbare Zusammenfassung dieser Forschungsbem\u00fchungen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:36px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Worauf ist bei der\nEntwicklung von Personas zu achten?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wie der Name schon vermuten l\u00e4sst, sind Personas zun\u00e4chst\neinmal (fiktive) Personen, also Menschen aus Fleisch und Blut mit Hobbies und\n\u00c4ngsten, Gedanken und Vorlieben. Erstellt man Personas, sollten diese auch\ntats\u00e4chlich ein bisschen wie ein Poesieeintrag funktionieren. Demografische\nDaten sind wichtig und hilfreich aber reichen nicht aus, um ein emotional\nschl\u00fcssiges Bild dieser Person zu erhalten. Angaben zum Lebensumfeld,\nallt\u00e4glichen Besch\u00e4ftigungen und Normen und Werten vertiefen die Beschreibung\nund wecken gleichzeitig hilfreiche Assoziationen. <\/p>\n\n\n\n<p>Zur Entwicklung k\u00f6nnen Vorlagen und Beispiele hilfreich sein. Es sollte jedoch immer auch bedacht werden, welchen Nutzen die Personas erf\u00fcllen sollen und f\u00fcr welches Projekt die Methode verwendet wird. Meist sind dann verf\u00fcgbare Vorlagen anzupassen. Ein Beispiel f\u00fcr eine <a href=\"http:\/\/gesunde-gestaltung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Patient_Persona_Rehn-CC-BY-NC-ND_ENG-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Persona-Vorlage f\u00fcr den medizinischen Kontext ist hier<\/a> zu finden: <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"http:\/\/gesunde-gestaltung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Patient_Persona_Rehn-CC-BY-NC-ND_ENG-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/empirische-designforschung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Persona-Vorlage_Ansicht-300x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-636\" width=\"365\" height=\"365\"\/><\/a><figcaption>Vorlage f\u00fcr Patient Persona<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:36px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Wie lang eine solche Beschreibung sein sollte und wie viele\nPersonas f\u00fcr ein Projekt sinnvoll sind, ist kaum allgemeing\u00fcltig zu\nbeantwortet. Grunds\u00e4tzlich sollte die Methode einen Nutzen bringen und nicht\nzum Selbstzweck werden. Daher ist man sicherlich gut beraten, bei der\nBeschreibung inhaltlich durchaus in die Tiefe zu gehen, jedoch auf K\u00fcrze und\nVerst\u00e4ndlichkeit zu achten. Personas sollten dementsprechend keine\nCharakterisierung aus dem Deutsch-Unterricht sein, sondern auf den Punkt\ngebrachte Steckbriefe, die dem Lesenden in kurzer Zeit ein authentisches Bild\neiner fiktiven Person vermittelt. Die Verwendung aussagekr\u00e4ftiger und gut\nausgew\u00e4hlter Fotos kann hierbei Wunder bewirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die inhaltliche Ausrichtung h\u00e4ngt stark vom Gestaltungskontext ab. Beispielsweise kann es im Zusammenhang mit der Gestaltung von medizinischen Settings und Produkten sinnvoll sein, auf konkrete Krankheitsgeschichten, Erwartungen an das Versorgungssystem und \u00c4ngste und Vorstellungen einzugehen. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:36px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich kann die folgende Liste von Aspekten eine grobe Orientierung bieten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Soziodemographische Daten: <\/strong>Alter, Geschlecht, Familienstand, sozialer Hintergrund<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li> S<strong>ozio\u00f6konomische Angaben: <\/strong>Einkommen, Beruf, Bildung, sozialer Hintergrund, Sozialstatus) <\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Geographische Informationen:<\/strong> Wohnort, Herkunft, regionale\/lokale\/internationale Orientierung<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Psychographische Merkmale:<\/strong> Einstellungen und Meinungen, Werte und Statusbewusstsein, Vorlieben und Hobbys, aber auch Abneigungen, Gewohnheiten, Motivationen, \u00e4sthetisches Empfinden, Ziele<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Produktbezogene Eigenschaften:<\/strong> W\u00fcnsche, Erwartungen, Bed\u00fcrfnisse<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Konsumverhalten:<\/strong> Markentreue, Kaufreichweite, Wiederkaufrate, Preissensibilit\u00e4t,\u2026<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:36px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auf den Punkt\ngebracht<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Entwicklung von Personas ist ein n\u00fctzliches Tool, um Forschungserkenntnisse zur Zielgruppe in leichtverst\u00e4ndlicher Weise aufzubereiten und darauf aufbauend Konzepte zu evaluieren und zu kommunizieren. Sie sollten in kurzer und deutlicher Weise ein gutes und authentisches Bild einer Person darstellen, die repr\u00e4sentativ f\u00fcr die Zielgruppe bzw. einen Teil davon ist. Dabei sollte die Beschreibung nicht auf oberfl\u00e4chlichen demografischen Aspekten h\u00e4ngen bleiben. Dann k\u00f6nnen Personas eine sehr gute Orientierung f\u00fcr den Entwurfsprozess bieten. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sp\u00e4testens mit dem Aufkommen des Human-Centered Designs geh\u00f6rt es zur Gestaltung von Produkten, Systemen und Dienstleistungen wie selbstverst\u00e4ndlich dazu, neben technisch-funktionalen Aspekte des Kontexts auch die Nutzenden in den Fokus zu nehmen. Wer wird sp\u00e4ter das designte benutzen? Welche besonderen Eigenschaften, F\u00e4higkeiten, Einschr\u00e4nkungen und Hintergr\u00fcnde sind bei der Person zu beachten? K\u00f6nnen die Nutzenden gar in verschiedene Typen und Gruppen eingeteilt werden? 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